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#Suzuka8h

DER SUZUKA 8 HOURS RÜCKBLICK

Die 8 Stunden von Suzuka sind viel mehr, als „nur“ das Finale der Motorrad Langstrecken WM. Sie sind eines der prestigeträchtigsten Rennen auf diesem Planeten. Für kein anderes Einzelevent im Motorradrennsportkalender wird ein dermaßen hoher Material- und vor allem Personalaufwand betrieben. Neben den Werks- und Privatteams, die während der weltweit insgesamt fünf Events um den Gesamtsieg kämpfen, werden von den japanischen Werken eigens für die Schlacht von Suzuka zusätzlich komplett neue Werksmannschaften aus dem Asphalt gestampft.

Mit eigenen Bikes, eigener Teamstruktur und vor allem, eigenem Fahrer Line Up. Das WHO IS WHO der World Superbikes inklusive der hauseigenen Moto GP Testpiloten wird eingeflogen. Wie zum Beispiel:

YAMAHA #21 mit Lowes & van der Mark (WSBK) und Nakasuga (MotoGP Testteam)
KAWASAKI #10 mit Rea, Haslam, Razgatlioglu (alle WSBK)
HONDA #33 mit Kiyonari & Takahashi (WSBK) und Bradl (Moto GP)

Anders als die Dauerstarter, die auf Ankommen, Punkte sammeln und den Gesamtsieg schauen müssen, haben diese Teams nur EINEN EINZIGEN AUFTRAG – DEN SIEG!

Und so entbrennt auch 2019 wieder direkt vom Start weg eine epische Schlacht, die ihresgleichen sucht. Nach diversen Boxenstopps - mit Reifenwechseln, Auftanken und Fahrertausch - liegen die drei Top Teams von Honda #33, Yamaha #21 und Kawasaki #10 auch nach rund 6 der 8 Stunden im Klassement fast gleich auf und pflügen nur wenige Meter voneinander getrennt durch’s Feld.

Ein Sprintrennen XXL mit Ellbogen, Windschattenschlachten und maximalem Einsatz. Für den letzten Stint und damit den Ritt in die Abenddämmerung übernimmt FOUR-IN-A-ROW Superbike-Weltmeister Jonathan Rea erneut das Kommando auf der Werks Kawasaki und brennt ein wahres Feuerwerk ab. Knapp vierzig Minuten vor Schluss überholt er die Honda Crew und geht in Führung. Bis 10 Minuten vor Schluss hat er den Verfolgern, die mittlerweile von Yamaha kommen, knapp 20 Sekunden Rückstand verpasst. Der Sieg scheint amtlich. Endlich.

Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf. 5 Minuten vor Ablauf der 8 Stunden platzt der Werks Suzuki Ende Start/Ziel der Motor und sie verteilt noch einige Kurven lang ihre Flüssigkeit auf dem Asphalt. Schicksal zum ERSTEN – die Werks Suzuki liegt zu diesem Zeitpunkt auf WM Kurs und verliert mit diesem Ausfall so kurz vor Schluss die WELTMEISTERSCHAFT an die Kawasaki Crew mit der #11.

Schicksal zum ZWEITEN – Jonathan Rea ahnt nichts von den Problemen auf der Piste, kommt auf die Ölspur und stürzt. 2 Minuten vor Ende. In Führung liegend. Direkt im Anschluss wird das Rennen per roter Flagge beendet und es zählt das Ergebnis der letzten kompletten Runde. Da Rea es aber nicht schafft, das Bike zur Box zurück zu bringen, wird Yamaha zunächst als Sieger ernannt. Kawasaki legt Protest ein und tatsächlich, nach mehreren Stunden Regelwerkskunde, stellt sich heraus, dass es keinen Passus gibt, der die rechtzeitige Rückkehr nach Rennabbruch regelt und somit wird die Kawasaki Werksmannschaft mit der #10 nachträglich zum Sieger ernannt.

Regelwerk hin oder her, das Ergebnis ist sicher fair, denn Kawasaki war am Ende die schnellste Mannschaft und der Sturz völlig unverschuldet. Damit schaffte Kawasaki erst zum zweiten Mal überhaupt einen Sieg bei diesem einzigartigen Rennen – nur das "Enfant terrible" Dreamteam Scott Russell und Aaron Slight schaffte anno 1993 das Kunststück, die Grünen ganz oben auf dem Podest zu platzieren.

CONGRATULATIONS AND THANKS TO ALL TEAMS AND RIDERS - IT WAS AN EPIC BATTLE!

 

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